Koseilata’s Whoopie Goldberg

Whoopies Züchter haben wir 2003 bei unserer ersten Windhundwanderung kennen gelernt.

Damals hatten wir grade unsere Greyhound-Hündin Annabel über Windhunde in Not adoptiert, und ein dritter Hund war zu der Zeit absolut nicht angedacht. Seitdem habe ich aber immer mal wieder auf der Züchterseite in den News geschmökert, wir trafen uns ab und zu bei Spaziergängen und tauschten uns aus. Im Sommer 2004 fiel dann bei dem Züchter ein Wurf, bei dem ich schon bei der Verpaarung sehr gespannt war, weil ich den Papa (Koseilata’s Take Me To The Moon) so klasse fand. Ja, und da ist es dann passiert. Irgendwie habe ich mich direkt in das kleine Mädelchen mit den lustigen Platten und Flecken verkuckt als ich zum ersten Mal Bilder von Whoopie im zarten Alter von drei Tagen gesehen habe.

Als ich sie mit etwa sechs Monaten bei unserer Adventswanderung live erlebt habe, war ich auf Anhieb total begeistert. Sie flitzte schön mit unserer Luka, saß nach der Wanderung bei mir auf dem Schoß und war überhaupt einfach nur reizend. Aber da sie nach Schweden versprochen war, habe ich sie mir aus dem Kopf geschlagen, losgelassen hat sie mich nicht. Anfang Januar 2005 sprang die Schwedin ab, aber ich konnte meinen Mann leider nicht überzeugen, dass Whoopie für mich bestimmt ist und als dritter Hund bei uns einziehen sollte.

Im Sommer sah ich dann, dass Whoopie anscheinend bei sehr netten Leuten mit Kind eine neues Zuhause gefunden hatte, aber irgendwie harmonierte das wohl nicht mit den Menschen, denn Whoopie kam schon nach relativ kurzer Zeit wieder zurück zum Züchter. Sie wollte anscheinend definitiv nicht bei der Familie bleiben, wurde unsauber, weinte sehr viel und biss sogar ein Loch in eine Couch. Man ging davon aus, dass sie nicht ohne andere Hunde leben wollte. Also versuchte ich wieder meinen Mann pro Dritthund zu bearbeiten. Leider wie zuvor erfolglos. Er blieb hart.

Beim Adventsspaziergang 2005 traf ich Whoopie wieder – es hatte sich noch nicht das passende Zuhause für sie gefunden. Und was soll ich sagen? Der Funke war noch genauso da wie im Jahr davor. Beim gemütlichen Beisammensein saß die Maus meistens auf meinem Schoß und genoss die Schmuseeinheiten. Das I-Tüpfelchen war, dass sich Whoopie – als wir uns an der Haustüre verabschieden wollten – wie selbstverständlich plötzlich zwischen Luka und Annabel stellte. Dann legte sie sich seelenruhig auf Annabel’s großes Hundekissen, nach dem Motto, hier bin ich und hier bleibe ich. Wir sahen uns alle sprachlos an – es war klar, dass Whoopie doch gerne mit uns mit gegangen wäre. Ich hätte sie am liebsten gleich und sofort eingepackt, aber mein Mann blieb an diesem Sonntagnachmittag erst mal noch stur. Erst zwei Tage später, als er abends von der Arbeit kam, hat er zugestimmt, dass die kleine Zaubermaus am 27.12. – also nach Weihnachten bei uns einziehen durfte. Er konnte mein Gejammer wohl nicht mehr ertragen ;-). Was war ich aufgekratzt und habe mich gefreut, als ich beim Züchter anrufen durfte, um zu erzählen, dass Whoopie zu uns ziehen durfte.  So sehr ich mich jedes Jahr auf die Adventszeit und Weihnachten freue, so konnte ich es kaum bis zum 27.12.2005 erwarten. Wir setzten uns vormittags trotz Eis und Schnee ins Auto und fuhren die gute Stunde bis zu unserem Züchter. Nach einer stürmischen Begrüßung durch die Hunde und einer gemütlichen Mittags- und Kaffeerunde fuhren wir mit unseren Mädels und einer glücklichen Whoopie nach Hause. Es lief von Anfang an sehr harmonisch mit Luka und Annabel.

Obwohl sich Whoopie bis heute jedes Mal überschwänglich freut, wenn wir uns mit ihrem Züchter treffen, ging sie damals schon ohne einen Blick zurück mit uns mit. Sie war direkt von Anfang an bei uns zuhause – grade so, als wenn sie vorher noch nie wo anders gewesen wäre. Sie verkörpert für mich genau den Whippet, wie ich ihn mir immer vorgestellt hatte. Im Haus ist sie sehr sanft und liebevoll und kaum zu spüren, draußen mutierte sie zum wilden Watz mit einer großen Portion Jagdtrieb, so dass man sich schon gut überlegen muss, wo man sie von der Leine lässt. Sie war direkt von Beginn an hier wie mein Schatten, mein absoluter Herz- und Seelenhund, der offenbar wirklich extra für mich auf die Welt gekommen ist.